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Auf ein Wort (Juli 2026)

Es ströme aber das Recht wie Wasser und Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach. - Amos 5,24 (Monatsspruch 6/2026)

Ein hoffnungsvolles Bild. Das war Gottes Ziel, ja fast Gebot, für sein Volk.

Ist dieses Ziel nicht auch heute unser Hoffen und Wünschen für die Welt?

Wo in der Welt sehen wir aber, dass das Recht Recht behält und Menschen gerecht behandelt werden?

Wird uns immer gerecht begegnet?

Handeln wir nach Recht und Gerechtigkeit im Umgang mit unseren Mitmenschen?

Wenn ich mich und mein Umfeld anschaue, wenn ich über die Zustände und das Geschehen in der Welt nachdenke, dann ist sicher: So wie im Buch des Propheten Amos Gott zu Israel spricht, so könnte Gott auch zu uns sagen: „Ihr verwandelt das Recht in Wermut und stoßet die Gerechtigkeit zu Boden“ (Amos 5,7).

Ich merke, dass dies schon im Kleinen anfängt. Schnell bin ich dabei, meine Meinung durchzusetzen und nicht zu sehen, dass ich damit meinen Arbeitskollegen unrecht tue. Schnell fühle ich mich ungerecht behandelt, wenn jemand mich unfreundlich anredet. Oder im Pflegebereich, wenn immer weniger Menschen für gleichbleibenden Lohn immer mehr leisten müssen – das ist doch ungerecht!

Und dann noch im Großen, in der Politik, dem Weltgeschehen.

Da kann ich mich schnell hilflos und hoffnungslos fühlen. Doch - Gott sei Dank - fällt mir dann oft der Refrain eines Liedes ein: „Aber der Herr ist immer noch größer, größer als ich denken kann. Er hat das ganze Weltall erschaffen. Alles ist ihm untertan“.

So kann ich mich von Gott korrigieren lassen, meinen Blick auf ihn richten und aus seiner Liebe heraus versuchen, recht zu handeln. Ich kann mir und anderen unrechtes Handeln vergeben und - wo möglich - Eintreten für die Rechte anderer Menschen.

So wird Gottes Aufforderung, dass „das Recht [ströme] wie Wasser und Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach“ zumindest in meinem täglichen Umfeld sichtbar. Gottes Recht und Gerechtigkeit dagegen strömt jetzt schon wie nie versiegendes Wasser für uns, denn durch Jesus hat Gott die Strafe, die uns treffen müsste, eigenhändig auf sich genommen: Wir sind durch Jesu Sterben von Gott „richtig“, gerecht gesprochen und das Vertrauen darauf wird uns „eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt“ (Joh. 4,14).

Margarete Gawor