Liebe Gemeinde,
Ich gebe zu: Manchmal bin ich genervt von meinen Sohn. Unser Kindergarten ist gerade mal 200m von unserem Haus entfernt. Eine Strecke, die man selbst zu Fuß schnell zurücklegen kann. Doch er bekommt es immer wieder hin dafür eine gefühlte Ewigkeit zu brauchen. Ob eine Nuss, ein Blatt oder auch mal achtlos weggeworfene Gegenstände. Alles muss untersucht werden.
Mein Sohn kann nämlich etwas, wozu ich oft nicht die Geduld habe. Er kann staunen. Er lässt sich faszinieren von den Dingen, die er sieht. Dieses Staunen ist etwas, das uns eigentlich gut tut. Denn es öffnet unseren Blick für die Wirklichkeit der Schöpfung. Wenn man sich mal die Zeit nimmt z.B. einfach nur ein Blatt zu untersuchen. Da kann man ins Staunen kommen. Von den Verzweigungen der Äderchen hin bis zur Komplexität der Photosynthese. Allein in einem einzigen Blatt steckt genug drin, um eine ganze Doktorarbeit zu füllen.
Dieses Staunen kann einen demütig machen. Denn wie klein sind wir Menschen im Angesicht der ganzen Schöpfung. Und selbst die kleinsten Dinge in dieser Schöpfung sind so komplex, dass wir sie nicht vollkommen verstehen. Wie groß und unbegreiflich muss dann erst deren Schöpfer sein?!
Wer sich die Zeit nimmt über die Schöpfung zu staunen. Der lernt ganz schnell Respekt vor dem Schöpfer zu haben.
Das meint auch der Beter im Psalm 19, der sagt:
„Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk.“ Wer die Schöpfung sieht, der sieht die Größe und Macht des Schöpfers. Deshalb lasst uns das Staunen wieder neu lernen. Gerade jetzt im Frühling, wenn das Leben wieder aufbricht. Denn es ist ein Weg Gott näher zu kommen.
Euer Chris