Es ist Herbst!
Ich mag diese Jahreszeit, diese wunderbare Farbenpracht. Ein Spaziergang durch den bunten Herbstwald – herrlich! Da ist der Wald so leuchtend wie zu keiner anderen Jahreszeit. Die Luft ist klar und der Blick weit. Die Sonne scheint oft noch warm, doch die Tage werden kürzer und die Abende kühler. Nebel kommen auf und die Felder und Gärten werden abgeerntet. Der Herbst ist die Zeit der Ernte, eine ganz besondere Zeit.
Und der Herbst bringt Freiräume. In der Natur fallen die Blätter von den Bäumen und geben den Blick frei, die Felder sind abgeerntet und leer.
Sören Kierkegaard sagt: „Darum halte ich viel mehr vom Herbst als vom Frühjahr, weil man im Herbst nach dem Himmel sieht, im Frühjahr auf die Erde.“
Der Herbst ist aber auch eine absteigende Zeit. Wie schnell der Sommer vergeht, das wird mir von Jahr zu Jahr mehr bewusst. Die Sommervögel haben sich versammelt und sind bereits abgezogen. Es beginnt schon wieder kalt und frostig zu werden. Und die Stürme sind wieder da, nicht die Frühlingsstürme, sondern die Herbststürme, die nicht weniger heftig sind. Das Jahr geht seinem Ende entgegen.
Es liegt eine seltsame Melancholie in der Herbststimmung. Wir spüren: der Übergang in eine andere Zeit bricht an. Der Herbst kann wunderschön sein, warm und sonnig, aber es gibt auch Tage, die sind einfach nur nass und kalt und man friert bis auf die Knochen. Es ist die Zeit des Abschiednehmens, der Vergänglichkeit.
Doch in allem Wandel, zwischen Blühen und Verwelken, Werden und Vergehen, dürfen wir uns gehalten und geborgen wissen in den Händen Gottes, der Himmel und Erde geschaffen hat. Er spricht uns zu: „Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige.“ Offb. 1,17
Eine gesegnete Zeit!
Gerlinde Kneip